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The silent hunter - der lautlose Killer


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Chui ist kein Name, sondern das Suaheliwort für Leopard. Von allen großen Katzen sind Leoparden am schwierigsten aufzuspüren. Es gehört viel Erfahrung über das Verhalten der Leoparden, fundierte Kenntnisse über die Region, ein ausgezeichneter Scharfblick und natürlich eine große Portion Glück dazu, einen Leoparden zu entdecken. Leoparden sind bis auf die kurze Paarungszeit absolute Einzelgänger. Bei Geparden, ebenfalls Einzelgänger, kommt es aber durchaus vor, dass sich von der Mutter entwöhnte Jungtiere für begrenzte Zeit zu kleinen Gruppen zusammenschließen. In der Kalahari (Botswana) konnte ich einmal eine Halbstarkengruppe von sieben Geparden beobachten.
Leoparden lieben lichte Wälder mit hohen Bäumen oder Felsen, wo sie sich tagsüber aufhalten. Beides gibt es in der Masai Mara nur sehr begrenzt. Leoparden sind sehr reviertreu. Hat man einmal einen Leoparden und seine bevorzugten Bäume gefunden, ist es nicht sonderlich schwer, ihn wieder zu entdecken.
Wir sind bereits bei Dunkelheit aufgebrochen, um mit der aufgehenden Sonne den Fluss mit seinen großen Galeriebäumen zu erreichen. Mit dem ersten Sonnenlicht fahren wir das Flussufer entlang und durchsuchen mit den Augen die Bäume. Weit über neunzig Prozent der in Bäumen sitzenden Leoparden werden übersehen. Die Zeichnung ihres Felles ist eine vorzügliche Tarnung im Licht- und Schattenspiel der Blätter. Gegen Mittag entdecken wir in den Kronen bei zwei nahe beieinander stehenden Bäumen Antilopenkadaver. Ein Leopard wird, selbst wenn er satt ist, eine bequeme Beute reißen und so eine gewisse Vorratswirtschaft betreiben (menschlich gedacht). Leoparden lieben es, wenn das Fleisch Ihres Beutetieres eine gewisse „Mürbigkeit“ erreicht hat. In den Baumkronen ist die Beute vor Löwen, Hyänen und Schakalen sicher Unter dem Blätterdach wird sie auch nicht von Geiern entdeckt. Und dann endlich, die Augen sind schon gerötet und brennen, erspähen wir ihn. Er liegt hoch oben auf einem dicken Querast und schläft. Nun ist Warten angesagt. Dann endlich nach zwei Stunden bewegt er sich. Er beäugt uns kurz, um dann in geänderter Position weiter zu schlafen. Wir, das sind John unser Scout, meine Tochter und ich, sind ziemlich sicher, dass dieser Leopard in den nächsten Stunden seinen Schlafplatz nicht aufgeben wird, deshalb verlassen wir den Fluss, um in der Steppe nach Geparden zu suchen. Am nächsten Tag suchen wir die Bäume von gestern
ab. Auch nach mehrstündiger Suche können wir den Leoparden nicht finden. Und dann, es ist schon Mittag, sehen wir ihn auf einem Baum. Für die Tageszeit ist er hellwach.

Von rechts nähert sich eine kleine Herde Topis (Antilopen) die, wenn sie die Richtung beibehält, im Abstand von ungefähr fünfzig Metern an seinem Baum vorbeikommen muss.

Im hohen Gras sind nur die Köpfe der Antilopen zu sehen. Ein Anpirschen im Gras ist nicht möglich, da für ihn die Sicht versperrt ist. Die Antilopen werden die grasfreie Piste kreuzen. John: Er wird sich auf der Piste anpirschen und die dritte Antilope reißen. Die Piste ist wie ein Tunnel im hohen Gras was dort geschieht können die Antilopen nicht sehen. Wie John es gesagt hat. Schnell verlässt der Leopard den Baum, um sich dann tief geduckt auf der Piste an den Punkt zu begeben wo die Antilopen die Piste kreuzen werden. Wir folgen ihm vorsichtig. In keinem Fall wollen wir die Jagd stören.







Dann geht alles blitzschnell. Tatsächlich springt der Leopard die dritte Antilope an und verbeißt sich in der Schnauze.
Die große Antilope schleppt den Leoparden einige Meter in das hohe Gras. Der Biss in die Schnauze des Opfers ist nicht optimal. Wenn irgend möglich, verbeißt sich der Leopard in der Kehle des Opfers. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass das Beutetier durch eine hohe Ausschüttung von Adrenalin keine Schmerzen empfindet.








Wir stehen direkt neben ihm. Vorsichtig öffne ich die Schiebetür. Sein Opfer loslassen kann er nicht. Die Antilope könnte noch fliehen. Nachdem die Antilope tot ist, geschieht etwas Außergewöhnliches der Leopard gibt seine Beute auf und zieht sich auf seinen Lieblingsbaum zurück. John ist sicher, am Nachmittag wird er die Antilope, wenn Hyänen und Schakale sie nicht gefunden haben, auf einen Baum schleppen. Dieser Leopard, ein etwa vierjähriges Männchen in bester Verfassung, ist ein echter Killer. Am späten Nachmittag kehren wir zu der Stelle zurück.

Der Kadaver ist tatsächlich verschwunden. Die Schleifspuren im Gras sind deutlich und führen zu einem entfernten Baum. Die Krallenspuren am Baum zeigen, dass der Leopard erhebliche Mühe hatte, die große Antilope auf den Baum zu schleppen.

www.save-the-grevyzebra.org

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